Heinz Lustig erklärt (3/4): Das Kaushik-Modell für SEO

In Teil 1 und 2 dieser Interviewreihe informierte SEO-Experte Heinz Lustig über die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung und welche Analyse-Werkzeuge hier helfen. In Teil 3 steigt er mit dem Vier-Phasen-Modell nach Avinash Kaushik tiefer in Materie ein. Denn Internetuser wollen nicht nur Kaufen („Machen“), sondern auch in den Phasen von „Sehen“, „Denken“ und „Pflegen“ optimal abgeholt und bedient werden.

Wer ist Kaushik und wozu dient das Vier-Phasen-Modell?

Avinash Kaushik ist ein Schriftsteller und Digital-Marketing-Guru für Google. Er hat das Vier-Phasen-Modell definiert, um den Internet-Nutzer besser zu verstehen. Im Gegensatz zu früheren Modellen fokussiert er sich nicht auf die Firmen: Er konzentriert sich auf die Suchbegriffe, die User in den verschiedenen Phasen benutzen und eingeben.

Was ist die „Sehen“-Phase?

Gibt ein User diese Keywords ein, wird er noch nicht direkt kaufen, sondern nach Anregung suchen, um eventuell in der Zukunft bei einem bestimmten Shop zu kaufen. Man sollte also nicht demotiviert sein, wenn diese Keywords noch nicht zu einem Kaufabschluss beitragen.

Was bedeutet das für die Umsetzung im Shop?

Auf der Startseite sollten allgemeine (generische) Keywords vorkommen, denn sie bilden den ersten Anknüpfungspunkt für einen potenziellen Kunden. Wenn es beispielsweise um Waschnüsse geht, dann sollte genau dieser Begriff verwendet werden: „Waschnüsse“. Diese Art von Keywords haben das Potential, viel Traffic auf den Shop zu bringen – vorausgesetzt, der eigene Shop rankt bei diesem Keyword auf  Position 1 der Suchmaschinen.

Was ist die „Denken“-Phase?

User, die diese Keywords eingeben, haben bereits eine Kaufabsicht. Allerdings ist der Zeitpunkt des Kaufs in dieser Phase noch nicht konkret bzw. unbekannt.

Was bedeutet das für die Umsetzung im Shop?

Der Kunde steigt tiefer ein und sucht weitere Anknüpfungspunkte. Im Shop kann das zum Beispiel eine Unterseite sein, auf der Erfahrungen unterschiedlicher Käufer mit dem Produkt vorgestellt werden. Hier können etwa vergleichende Artikel veröffentlicht werden, die das Produkt A besser als Produkt B darstellen und dies auch begründen. Ein Keyword, das dies beim Waschnuss-Beispiel widerspiegelt wäre, bspw. „Erfahrungen und Kritik über Waschnüsse“.

Was ist die „Machen“-Phase?

In dieser Phase sind die eingegebenen Keywords normalerweise trächtig, d.h. führen meistens zu einem Kaufabschluss.

Was bedeutet das für die Umsetzung im Shop?

Hier geht es um sehr spezifische Keywords, in unserem Fall könnte es zum Beispiel „Waschnuss –Schalen 1 kg. GHZ 102268-01 kaufen“ oder „Waschnuss-Schale online kaufen“ sein. Diese Begriffe sollten vor allem dort vorkommen, wo der Kunde tatsächlich kaufen kann, also etwa auf der entsprechenden Produktdetailseite der Waschnüsse-Domain.

Was ist die „Pflegen“-Phase?

An dieser Stelle suchen Kunden weiterführende Informationen und wollen mehr wissen. Die Keywords zielen auf ergänzende Inhalte und Kundenbindung.

Was bedeutet das für die Umsetzung im Shop?

Jetzt kann Autorität im jeweiligen Fachgebiet aufbaut werden, um neugewonnene Kunden mit ergänzenden Inhalten zum Thema an den Shop zu binden: Beim Waschnuss-Fall könnte man sich hier zum Beispiel auf die positive Auswirkungen für die Umwelt konzentrieren. Ein Keyword, dass dies widerspiegelt, wäre bspw. „Waschnuss Rezepte“.

Und wie geht das in der Praxis?

Das besprechen wir in Teil 4 dieses Interviews anhand unseres Waschnuss-Beispiels.

Quelle:
https://www.seo-nerd.de/seo-tools/